Den Zufall in Excel kreativ nutzen 2

Die ZUFALLSBEREICH-Funktion mal etwas anders eingesetzt.
 

Dass Excel ganz gut rechnen kann, ist kein großes Geheimnis.

Manchmal braucht man jedoch kein exakt vorher bestimmbares Ergebnis, sondern ein eher zufälliges. Zum Beispiel, wenn man für irgendwelche Zwecke nur ein paar Testdaten erzeugen möchte. Auch das ist kein Problem mit den eingebauten Zufallsfunktionen.

Dass man damit aber noch ganz andere Dinge anstellen kann, ist auf den ersten Blick vielleicht nicht ganz so offensichtlich.

Lass dich also überraschen!

ZUFALLSZAHL

Mit der Funktion ZUFALLSZAHL lässt sich eine (quasi-)zufällige Zahl zwischen 0 und 1 erzeugen. Die Funktion ist sehr einfach gestrickt und hat keinerlei Parameter:

=ZUFALLSZAHL()

Zufallszahl zwischen 0 und 1

Zufallszahl zwischen 0 und 1

Multipliziert man das Ganz z.B. mit 100 und kombiniert die Funktion noch mit der RUNDEN-Funktion, erhält man Zufallszahlen zwischen 0 und 100:

Zufallszahlen zwischen 1 und 100

Zufallszahlen zwischen 1 und 100

ZUFALLSBEREICH

Etwas einfacher geht es mit der verwandten Funktion ZUFALLSBEREICH. Hier kann man mit zwei Parametern bestimmen, zwischen welchen beiden Grenzen die Zufallszahl liegen soll:

=ZUFALLSBEREICH(Untergrenze; Obergrenze)

So erzeugt dieses Beispiel eine Zufallszahl zwischen 10 und 100:

Zufallszahl innerhalb eines Bereichs

Zufallszahl innerhalb eines Bereichs

Die beiden Funktionen ZUFALLSZAHL und ZUFALLSBEREICH sind sogenannte volatile Funktionen, das heißt, sie werden automatisch neu berechnet, sobald man irgendwo in seiner Excel-Datei einen Wert eingibt oder eine manuelle Neuberechnung über die F9-Taste auslöst.

Soweit also ganz praktisch, aber wahrscheinlich nicht viel Neues für dich.

Zufällige Texte

Dass man über die Funktion ZUFALLSBEREICH aber auch mehr oder weniger zufällige Buchstaben erzeugen kann, ist dir vielleicht bisher noch nicht bekannt gewesen, oder? Dazu erstelle ich zuerst eine Liste aller benötigten Buchstaben und kombiniere dann die beiden Funktionen INDEX und ZUFALLSBEREICH:

Zufällige Buchstaben

Zufällige Buchstaben

Zur Erinnerung:
Mit der INDEX-Funktion gibt man einen bestimmten Eintrag aus einer definierten Liste wieder. Welcher Eintrag das ist, bestimmt man über den zweiten Parameter. In ihrer kürzesten Form sieht die Funktion so aus:

=INDEX(Liste; Zeile)

Wir geben nun anstelle einer fixen Zeilenangabe die ZUFALLSBEREICH-Funktion an, und zwar für einen Wert zwischen 1 und 26 (da unsere Liste 26 Buchstaben umfasst). Und damit erhalten wir unseren zufälligen Buchstaben.

Dies lässt sich natürlich auch mit anderen Beispielen umsetzen, wie hier mit Bundesländern:

Zufälliges Bundesland

Zufälliges Bundesland

Und jedesmal, wenn du die F9-Taste drückst, wird ein neues Bundesland ausgespuckt. Vielleicht brauchst du ja auch für Demo-Zwecke eine Umsatzübersicht mit zufälligen Vertriebsregionen. Dann verwendest du anstelle der Bundesländer eben die benötigten Regionen.

Wichtig ist nur, dass der obere Wertebereich in der ZUFALLSBEREICH-Funktion immer genau der Anzahl der Elemente in deiner Liste entspricht.

Etwas buntere Effekte lassen sich mit dieser Formel auch erzeugen. Man muss lediglich noch Regeln für eine bedingte Formatierung definieren:

Zufälliges Farbenspiel

Zufälliges Farbenspiel

Zufällige Sätze

Und wem das noch nicht reicht, der kann ganze (mehr oder weniger sinnvolle) Sätze erzeugen:

Zufällige Sätze

Zufällige Sätze

Hier verknüpfen wir einfach drei INDEX-Funktionen, die jeweils auf eine andere Liste zugreifen. Und jedesmal, wenn man die F9-Taste drückt, kann man sich über den neu generierten Unsinn erfreuen 🙂

Wer sagt denn, dass mit Excel immer etwas Sinnvolles herauskommen muss?

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Und immer daran denken: Excel beißt nicht!

P.S. Die Lösung ist immer einfach. Man muss sie nur finden.
(Alexander Solschenizyn)

P.P.S. Das Problem sitzt meistens vor dem Computer.



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2 Gedanken zu “Den Zufall in Excel kreativ nutzen

  • Andi

    Für reine Buchstabenreihen würde ich die =Zeichen() Funktion in Kombination mit =Zufallsbereich() empfehlen, das sieht dann so aus und man braucht weder Index noch Hilfszellen/Zellbezüge:
    =ZEICHEN(ZUFALLSBEREICH(65;90))

    PS:
    Zeichen 65 entspricht “A”, Zeichen 90 entspricht “Z”
    Zeichen 97 entspricht “a”, Zeichen 122 entspricht “z”
    PPS:
    Das Umkehrung für =Zeichen() ist =Code()

    • Martin Weiß Beitragsautor

      Hallo Andi,

      das mit der ZEICHEN-Funktion ist in der Tat eine sehr schöne und clevere Lösung. Vielen Dank für den Hinweis!

      Schöne Grüße,
      Martin