Alles nur Zufall, oder was? 4

Eine neue Zufallsfunktion in Microsoft-365 bietet interessante Möglichkeiten
 

Es hängt ja bekanntlich alles Mögliche vom Zufall ab:

  • Der lang ersehnte Lottogewinn
  • Das Geschlecht seines neugeborenen Kindes
  • Die Rendite einer Investition auf dem Aktienmarkt
  • Ob bei Bauarbeiten mal wieder eine Weltkriegsbombe gefunden wird oder das millionste Keltengrab

Die Liste lässt sich endlos fortsetzen, aber eines ist klar: Der Zufall bestimmt unser Leben in nicht unerheblichem Maß. Wie gut, dass uns auch Excel in dieser Hinsicht nicht allein lässt 🙂

Im heutigen Artikel stelle ich eine ganz neue und durchaus praktische Excel-Funktion vor, mit der sich die bisher schon möglichen Zufallsberechnungen noch optimieren lassen.

Und so geht’s:

Was bisher schon ging

In allen bisherigen Versionen von Excel gab es schon zwei Funktionen, mit denen man mehr oder weniger zufällige Zahlen berechnen konnte:

  • ZUFALLSZAHL
  • ZUFALLSBEREICH

Mit ZUFALLSZAHL lässt sich eine einzelne Pseudozufallszahl zwischen 0 und 1 erzeugt hat (genauer gesagt größer gleich 0 und kleiner 1). Irgendwelche Parameter werden von dieser Funktion nicht benötigt, somit hat man auch keinerlei Einfluss auf das Ergebnis.

ZUFALLSBEREICH hingegen spuckt eine zufällige ganze Zahl aus, die zwischen zwei angegebenen Zahlen liegen muss.
=ZUFALLSBEREICH(untere_Zahl; obere Zahl)

Die bekannten Funktionen ZUFALLSZAHL und ZUFALLSBEREICH

Die bekannten Funktionen ZUFALLSZAHL und ZUFALLSBEREICH

Was sich damit alles anfangen lässt, kannst du hier nachlesen.

Was mit Microsoft 365 geht

Wer die aktuelle Abo-Version Microsoft 365 (bisher bekannt als Office 365) einsetzt, kann auf eine neue Funktion zugreifen, die noch wesentlich flexibler und leistungsfähiger ist: ZUFALLSMATRIX

Hinweis:
Sollte die Funktion in deiner Microsoft-365-Version noch nicht angezeigt werden, dann sind bei dir noch nicht alle Updates installiert. Wann die neuesten Features zur Verfügung stehen, findest du hier.

Diese Funktion ist eine der neu eingeführten dynamischen Arrayfunktionen, die den Umgang mit Excel grundlegend verändern. Was es mit diesen Funktionen auf sich hat, kannst du in diesen beiden Artikeln nachlesen: Dynamische Array-Funktionen und Dynamische Array-Funktionen (Teil 2).

Die allgemeine Syntax dieser neuen Funktion sieht so aus:
=ZUFALLSMATRIX([Zeilen];[Spalten];[Minimum];[Maximum];[ganze_Zahl])

Alle Parameter sind optional. Wenn man also nichts weiter angibt, wird auch hier nur eine einzelne Dezimalzahl zwischen 0 und 1 erzeugt. Also genau wie bei der alten ZUFALLSZAHL-Funktion.

Neue Funktion: ZUFALLSMATRIX

Neue Funktion: ZUFALLSMATRIX

Gibt man Werte für den Minimum- und den Maximum-Parameter an und setzt auch den letzten Parameter („ganze_Zahl“) auf WAHR oder 1, verhält sie sich wie die bisherige ZUFALLSBEREICH-Funktion. Sie gibt also eine einzelne ganze Zahl innerhalb der angegebenen Grenzen aus.

ZUFALLSMATRIX verhält sich wie ZUFALLSBEREICH

ZUFALLSMATRIX verhält sich wie ZUFALLSBEREICH

Bisher also noch ziemlich unspektakulär. Interessant wird es hingegen, wenn man sich auch die ersten beiden Parameter Zeilen und Spalten ansieht.

Im folgenden Beispiel erzeugt die Funktion eine Matrix mit 10 Spalten, 2 Zeilen und generiert ganze Zahlen im Bereich zwischen 1 und 99:

Noch mehr Möglichkeiten

Noch mehr Möglichkeiten

Das Besondere daran ist, dass die Formel nur in einer einzigen Zelle eingegeben wird (hier in B10) und sich die Matrix automatisch und dynamisch so weit ausdehnt, wie gerade nötig (zu erkennen an dem blauen Rahmen). Die Formel läuft sozusagen in alle benötigten Zellen über, eine Eigenschaft, die alle diese dynamischen Array-Funktionen haben.

Möchte man nun einen Parameter ändern, kann man dies auch nur in der linken oberen Eingabezelle machen. Bei allen anderen Zellen wird die Formel in der Bearbeitungszeile etwas ausgegraut angezeigt und lässt sich dort auch nicht ändern.

Andere Zellen sind nicht änderbar

Andere Zellen sind nicht änderbar

Verändert man nun die Werte für die Zeilen und Spalten, passt sich die Ausgabematrix in ihrer Ausdehnung sofort den neuen Erfordernissen an:

Die Matrix dehnt sich flexibel aus

Die Matrix dehnt sich flexibel aus

Achtung!
Befinden sich in den umliegenden Zellen schon andere Einträge, werden diese nicht einfach überschrieben, sondern die Funktion liefert einen #ÜBERLAUF!-Fehler zurück.
Entfernt man das „Hindernis“, dehnt sich die Matrix sofort wieder aus:

Hindernisse führen zu einem Fehler

Hindernisse führen zu einem Fehler

Sehr praktisch, oder?

Noch mehr Flexibilität

Natürlich muss man auch in dieser Funktion keine festen Werte in die Formel eintippen, sondern kann für jeden einzelnen Parameter auf Zellen verweisen, die die entsprechenden Werte enthalten:

Noch mehr Flexibilität

Noch mehr Flexibilität

Damit ist man bei Änderungen noch deutlich flexibler:

Variable Eingabezellen

Variable Eingabezellen

Auch wenn ZUFALLMATRIX sicherlich keine Funktion ist, die jeden Tag zum Einsatz kommen wird, kann sie sehr hilfreich sein, wenn man einmal Testdaten generieren muss.

Welche Anwendungsbereiche könntest du dir noch vorstellen? Lass es uns unten in den Kommentaren wissen.

 

Wenn dir der Artikel gefallen hat: Bitte weitersagen!

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Und immer daran denken: Excel beißt nicht!

P.S. Die Lösung ist immer einfach. Man muss sie nur finden.
(Alexander Solschenizyn)

P.P.S. Das Problem sitzt meistens vor dem Computer.



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4 Gedanken zu “Alles nur Zufall, oder was?

  • Andreas Unkelbach

    Guten Morgen Martin,

    besonderes für Blogartikel benötige ich immer wieder Budget, Einnahmen und Ausgaben ohne hier auf realistische Daten zugreifen zu möchten, so dass dies tatsächlich für mich eine gute Option ist.

    Genauso verhält es sich bei Schulungen in Excel oder zur Demonstration von Diagrammen. Ein Nachteil ist allenfalls die Aktualisierung der Werte.

    Viele Grüße Andreas Unkelbach

    • Martin Weiß Autor des Beitrags

      Hallo Andreas,

      ja, das sind ein paar sehr gute Einsatzmöglichkeiten. Vielen Dank für die Ergänzung.

      Schöne Grüße,
      Martin

  • Steffen Sternberg

    Hallo Martin,
    die Funktion Zufallsbereich nutze ich gerne in meinem Unterricht, um einen Würfel zu bauen. Dabei spielen natürlich auch andere Elemente wie Zeilen- und Spalten ausblenden, bedingte Formatierung, Makros und viele weitere Funktionen eine Rolle. Makros deshalb, damit die Funktion des Neuberechnens auf eine Schaltfläche gelegt werden kann. So kann ich auf nette Art und Weise auf viele Themen in meinem Unterricht eingehen.

    Viele Grüße

    Steffen Sternberg