Was für’s Auge: 3D-Tabellen in Excel 5

Langweilige Tabellen einmal anders dargestellt
 

Böse Zungen behaupten, dass Excel-Tabellen in vielen Unternehmen die Ursache für fortschreitenden Augenkrebs sind.

Die lieblos hingeklatschten Zahlenfriedhöfe können in der Tat manchem Betrachter die Tränen in die Augen treiben.

Der geschickte und gezielte Einsatz von Formatierung und/oder Diagrammen wäre hier ein geeignetes, wenn auch viel zu selten eingesetztes Gegenmittel.

Heute zeige ich dir aber noch eine andere Möglichkeit, wie man langweilige Tabellen optisch ansprechend gestalten kann, indem man ihnen eine dritte Dimension verpasst.

Wenn du also deinen Chef mal wieder ein wenig mit deinen Excel-Fähigkeiten beeindrucken möchtest, dann ist dieser Artikel genau richtig für Dich!

Und so geht’s:

Bevor es allerdings an die Einzelheiten geht, habe ich noch ein schlechte Nachricht für Excel-2007-Anwender:
Die 3D-Effekte, die wir im vierten Schritt anwenden, sind in Excel 2007 zwar grundsätzlich verfügbar, leider jedoch nicht für verküpfte Grafiken. Und das ist genau das, was wir hier einsetzen werden. Aber vielleicht ist das ja ein weiteres Argument, deinem Chef endlich eine aktuelle Excel-Version aus den Rippen zu leiern.

Ausgangssituation

Wir haben ein paar typische Umsatztabellen, die nach Vertriebsregion und Produkten aufgegliedert sind. Zusätzlich gibt es diese Übersichten für jedes Jahr einzeln:

Ausgangslage: Umsatztabellen

Ausgangslage: Umsatztabellen

Aus diesen unspektakulären Standardtabellen werden wir in 5 Schritten einen optischen Leckerbissen erstellen. Die fertige Beispieldatei kannst du dir übrigens hier herunterladen.

Schritt 1: Verdichten der Daten

Wie eingangs erwähnt, ist das Ziel eine dreidimensionale Darstellung der Daten. Dazu müssen die Ausgangsdaten jedoch erst verdichtet werden.

Dazu wähle ich einen Tabellenbereich, der rechts unterhalb unserer Ursprungstabellen liegt. Warum, das wirst du in Schritt 2 gleich sehen.

Hier erstelle ich drei Tabellen, in denen die Umsätze nach folgenden Kriterien verdichtet sind:

  • nach Region und Produkt
  • nach Region und Jahr
  • nach Jahr und Produkt
Verdichtung nach Region und Produkt

Verdichtung nach Region und Produkt

Hinter den Verdichtungen steckt überhaupt kein Hexenwerk, es sind lediglich einfache Summen bzw. Verweise auf einzelne Zellen:

Einfache Zellverweise

Einfache Zellverweise

Schritt 2: Zeilenhöhe und Spaltenbreite anpassen

Damit wir am Ende eine saubere 3D-Darstellung hinbekommen, müssen die Zeilenhöhe und die Spaltenbreite in den Verdichtungstabellen identisch sein. Außerdem sollten alle Spalten die gleiche Breite haben:

Zeilenhöhe und Spaltenbreite anpassen

Zeilenhöhe und Spaltenbreite anpassen

Um die exakte Spaltenbreite zu bestimmen, klickt man einfach mit der Maus oben in der Spaltenleiste zwischen zwei Spalten. Dann wird in Klammern die Breite in Pixeln angezeigt:

Exakte Spaltenbreite

Exakte Spaltenbreite

Diese Pixelangabe übernimmt man jetzt für die Zeilenhöhe aller Verdichtungstabellen:

Zeilenhöhe anpassen

Zeilenhöhe anpassen

Und dies ist auch der Grund, warum ich einen Bereich rechts und unterhalb der Ursprungsdaten gewählt habe. Hier kann ich nämlich die Spaltenbreiten und Zeilenhöhen beliebig verändern, ohne die Ausgangstabellen zu “verhunzen”.

Schritt 3: Schnappschüsse erstellen

Jetzt kommt eine weniger bekannte Excel-Funktion zum Einsatz: Verknüpfte Grafiken. Zu diesem Werkzeug habe ich hier schon mal einen Artikel geschrieben.

Man kann in Excel einen Bereich in die Zwischenablage kopieren und als verknüpfte Grafik an anderer Stelle einfügen. Das Geniale dabei ist, dass diese Grafik mit dem Quellbereich – wie der Name schon sagt – verknüpft ist. Das heißt, ändern sich die Daten im Quellbereich, so spiegelt sich das auch im verknüpften Bild wider!

Markieren wir also den ersten Quellbereich und erstellen daraus eine verküpfte Grafik:

Verknüpfte Grafik erstellen

Verknüpfte Grafik erstellen

Diesen Schritt wiederholen wir auch für die anderen beiden Verdichtungstabellen, so dass wir zum Schluß drei verknüpfte Grafiken haben:

Drei verknüpfte Grafiken

Drei verknüpfte Grafiken

Dass es sich dabei nicht um einfache Grafiken handelt, sondern wirklich um Verknüpfungen, erkennt man am Zellbezug oben in der Bearbeitungszeile, wenn man die Grafik markiert hat:

Verweis auf den Quellbereich

Verweis auf den Quellbereich

Schritt 4: Das 3D-Modell bauen

Mit den drei einzelnen Grafiken haben wir die Seitenflächen unseres zukünftigen 3D-Modells, das wir in diesem Schritt zusammensetzen. Hier kommen die speziellen Grafikfunktionen zum Einsatz, die Excel ab der Version 2010 bietet. Für Anwender der Version Excel 2007 ist hier Endstation: Die nun folgende 3D-Manipulation ist leider nicht auf verknüpfte Grafiken anwendbar.

Markieren wir also die erste Grafik und wählen aus den Bildtools im Register “Format” die Schaltfläche “Bildeffekte”. Hier gibt es die Option “3D-Drehung”:

Bildmanipulation: 3D-Drehung

Bildmanipulation: 3D-Drehung

Hier finden wir die verschiedenen Effekte, aus denen wir uns den passenden aussuchen:

3D-Rotation

3D-Rotation

Genauso verfahren wir mit den beiden anderen Grafiken, bis wir zum Schluß das folgende Bild haben:

Das fast fertige 3D-Modell

Das fast fertige 3D-Modell

Schritt 5: Finetuning

Jetzt geht es nur noch um den Feinschliff: Die einzelnen Flächen werden per Maus oder Tastatur zusammengeschoben. Um den 3D-Effekt noch zu verbessern und die Leserbarkeit zu erhöhen, formatieren wir noch die verdichteten Quelltabellen, indem wir die Zellen farbig hinterlegen, Rahmen ziehen und die Schrift fett darstellen.

Und hier zeigt sich der große Vorteil der verknüpften Grafik: Alles, was wir in der verknüpften Quelltabelle verändern, spiegelt sich sofort in unserem 3D-Modell wieder:

Das fertige 3D-Modell

Das fertige 3D-Modell

Wenn du willst, kannst du die einzelnen Flächen noch miteinander verbinden, indem du bei gedrückter STRG-Taste jede Fläche anklickst und über die rechte Maustaste die Option “Gruppieren” auswählst:

Flächen werden gruppiert

Flächen werden gruppiert

Damit ist unser 3D-Modell aus einem Guß und kann einfach an eine andere Stelle geschoben oder auch in der Größe verändert werden. Und das Beste: Sobald sich die Daten in den Ursprungstabellen verändern, wird auch unser 3D-Modell aktualisiert. Probiere es aus!

Ausgangstabellen und fertiges 3D-Modell

Ausgangstabellen und fertiges 3D-Modell

Wenn du mit diesem schönen Vorher-Nachher-Effekt deinen Chef nicht beeindrucken kannst, dann ist ihm wohl nicht mehr zu helfen.

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Und immer daran denken: Excel beißt nicht!

P.S. Die Lösung ist immer einfach. Man muss sie nur finden.
(Alexander Solschenizyn)

P.P.S. Das Problem sitzt meistens vor dem Computer.



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5 Gedanken zu “Was für’s Auge: 3D-Tabellen in Excel

  • Gerhard Pundt

    Guten Morgen Martin,
    welch eine geniale Methode, Excel-Tabellen in 3D darzustellen,vielen Dank für diesen Beitrag. Ich glaube, das hat noch niemand vor Dir Binnenlmmen.
    Viele Grüße
    Gerhard

  • Rolf Jans

    Hallo Martin,
    das ist echt Super mit der verknüpften Grafik. Eine Anmerkung habe ich noch: bei Umsatz nach Region und Jahr, sollte man die Spalten von 2015, 2014 und 2013 anordnen. Dann passt es mit den Jahreszahlen vom “Deckel”.
    gruß Rplf

    • Martin Weiß Beitragsautor

      Hallo Rolf,

      vielen Dank für den Hinweis, das ist mir tatsächlich nicht aufgefallen. Die Beispieldatei, die man herunterladen kann, ist jetzt aktualisiert.

      Schöne Grüße,
      Martin