Jetzt wird’s heiß: Erotik in Excel-Tabellen 7

Können Excel-Tabellen erotisch sein? Mit der ZEICHEN-Funktion und etwas Fantasie schon!
 

Ich weiß, was du denkst: Jetzt spinnt er total.
Erotik und Excel-Tabellen passen so gut zusammen wie Cindy Crawford und Thrombosestrümpfe (so, jetzt kannst du dir auch ausrechnen, wie alt ich bin!).

Das zumindest ist die landläufige Meinung.

Wie komme ich also dazu, eine solche Behauptung in der Überschrift zu einem Excel-Artikel aufzustellen?

Antwort 1:
Ich möchte natürlich mehr Leser anziehen. Und das ist mir bei dir ganz offensichtlich auch gelungen, sonst würdest du diese Zeilen nicht lesen 😉

Antwort 2:
Es stimmt wirklich. Mit ein paar kleinen Kniffen und einfachen Formeln lässt sich eine langweilige Excel-Tabelle in ein erotisches Bild verwandeln.

Und so geht’s:

Auslöser für diesen zugegebenermaßen etwas ungewöhnlichen Artikel war ein Blogger-Treffen am letzten März-Wochenende in Wien. Mehr aus einer Spinnerei heraus (Anna und Ute: herzlichen Dank, dass ihr mich da hineingeritten habt) ließ ich mich zu der Aussage hinreißen, auf meinem Excel-Blog hier einen entsprechenden Artikel zu schreiben, der diese Behauptung untermauern soll.

Die Ausgangslage

Folgende Excel-Tabelle dient als Basis für mein “erotisches Experiment”: 27 Spalten und 23 Zeilen, gefüllt mit Zahlen. Sehr unerotisch. Die Datei kannst du dir hier herunterladen.

Eine sehr langweilige Tabelle

Eine sehr langweilige Excel-Tabelle

Um den folgenden Schritt zu verstehen, ist ein kleiner Ausflug in die Steinzeit der Computerei nötig: Bereits 1963 wurde der sogenannte ASCII-Code erfunden (ASCII = American Standard Code for Information Interchange). Damit konnte man mit 7 Bit insgesamt 128 verschieden Zeichen darstellen.

Dort entspricht z.B. der Buchstabe “A” dem numerischen Wert 65, der Buchstabe “B” dem Wert 66 usw. Auch Sonderzeichen, wie Komma, Schrägstrich oder auch das Leerzeichen haben eine numerische Entsprechung.

Soviel als Hintergrundinformation.

Die CODE-Funktion

In Excel gibt es mit der CODE-Funktion nun einen einfachen Weg, um ein beliebiges Zeichen in den numerischen ASCII-Wert umzurechnen:

=CODE(Text)

Anstelle von “Text” gibt man das gewünschte Zeichen an, eingeschlossen in doppelte Anführungszeichen, also z.B. =CODE(“A”), und erhält dafür den Wert zurück. Für “A” wäre das also der Wert 65.

Die ZEICHEN-Funktion

Das Gegenstück dazu ist die ZEICHEN-Funktion, die den angegebenen Zahlenwert wieder in das Ausgangszeichen zurückrechnet, also z.B. in einen Buchstaben oder ein Sonderzeichen:

=ZEICHEN(Zahl)

So liefert die Formel =ZEICHEN(124) einen senkrechten Strich zurück.

Die Funktionen CODE und ZEICHEN

Die Funktionen CODE und ZEICHEN

Wenden wir dieses Wissen jetzt auf meine langweilige Excel-Tabelle an. Dazu habe ich unterhalb der Tabelle die ZEICHEN-Funktion eingesetzt. Damit rechne ich also jede einzelne Zelle meiner Ausgangstabelle in das entsprechende ASCII-Zeichen um:

Die ZEICHEN-Funktion im Einsatz

Die ZEICHEN-Funktion im Einsatz

Hinweis: Da der Wert 32 dem Leerzeichen entspricht, sieht man auch in vielen Zellen zunächst nichts.

Immer noch ziemlich unerotisch.

Die ZEICHEN-Funktionen verknüpfen

Nun gehe ich einen kleinen Schritt weiter. Anstatt jede einzelne Zelle für sich umzurechnen, verknüpfe ich sämtliche ZEICHEN-Funktionen für eine komplette Zeile in jeweils einer einzigen Zelle mit Hilfe des &-Zeichens. Keine Angst: Auch wenn dadurch ein ziemlich langes Formelmonster entsteht, steckt ansonsten nicht viel dahinter:

Verknüpfte ZEICHEN-Funktion

Verknüpfte ZEICHEN-Funktion

Diese Formel kopieren wir dann einfach nach unten in jede weitere vorhandene Zeile.

Zwecks besserer Darstellung habe ich meine Formeln rechts neben die Ausgangstabelle geschrieben. Um hinterher den optischen Effekt zu verbessern, empfehle ich dir, für die Ergebnisspalte die Schriftart Courier zu verwenden und die Spalte etwas breiter zu machen.

Und so sieht das “erotische” Gesamtkunstwerk aus:

Die "erotische" Excel-Tabelle

Die “erotische” Excel-Tabelle

Ok, ich gebe zu: Eine Cindy Crawford ist das nicht. Aber für einen Excel-Nerd ist das Ergebnis doch gar nicht so schlecht, oder?

Diese Art von Bilder bezeichnet man übrigens als “ASCII Art”. Einfach mal danach googlen, da gibt es wirklich richtige Kunstwerke.

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Und immer daran denken: Excel beißt nicht!

P.S. Die Lösung ist immer einfach. Man muss sie nur finden.
(Alexander Solschenizyn)

P.P.S. Das Problem sitzt meistens vor dem Computer.



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7 Gedanken zu “Jetzt wird’s heiß: Erotik in Excel-Tabellen

  • Karin Greitemann

    Nicht schlecht, lieber Martin!!

    Du hast mich magisch angezogen und ich musste wissen, was hinter deiner “erotischen Exceltabelle” steckt. Ich muss sagen, enttäuscht hast du mich nicht, sondern eher noch überrascht.

    Hut ab! Ich würde die junge Dame in der letzten Tabelle eher als Marilyn Monroe sehen, doch auch meine Fantasie spielt mir ab und an Streiche.
    Die Programmierung werde ich mal ausprobieren. Ich werde dir berichten. 😉

    Herzliche Grüße,
    Karin

    • Martin Beitragsautor

      Hallo Karin,

      schön, dass mein Plan funktioniert hat 🙂
      Und Du hast Recht: sieht wirklich eher aus wie Marilyn. Dann bin ich mal gespannt, was bei Deinen Experimenten noch herauskommt.

      Schöne Grüße,
      Martin

  • Anna

    Hmm… Cindy Crawford oder Marilyn Monroe sind ja beide nicht von schlechten Eltern aber wie schafft man jetzt einen Brad Pitt ;-)? Dachte mir nicht, dass du Utes und meine Anregungen so rasch umsetzt (bzw. sich das nicht nur in meiner Phantasie machen lässt) – bin begeistert! Lg, Anna.

    • Martin Beitragsautor

      Hallo Anna,

      Brad Pitt wird erst mit einer zukünftigen Excel-Version funktionieren 🙂 Aber ich lasse mich gerne überraschen. Wie du ja gesehen hast, geht mit etwas Phantasie einiges – sogar in Excel…

      Liebe Grüße,
      Martin

    • Martin Beitragsautor

      Hallo Astrid,

      ja, manchmal muss man nur ein wenig um die Ecke denken – oder das männliche Ego herausfordern, so wie es Ute und Anna bei mir getan haben 🙂

      Schöne Grüße nach Hamburg,
      Martin